Premiere im September

Willy Millowitsch kehrt auf seine Theaterbühne zurück

Foto: Jürgen Schön

Durchgesickert war schon einiges. Jetzt ist es offiziell: Am 27. September feiert in der Volksbühne am Rudolfplatz ein Theaterstück über Willy Millowitsch (1909-1999) seine Premiere. Fast genau auf den Tag 80 Jahre nachdem der Kölner Volksschauspieler nach dem Krieg in diesem Haus sein Theater eröffnet hat. Pünktlich hat auch der Vorverkauf für „Millowitsch. Endlich wieder lachen“ begonnen.

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Es ist eine Koproduktion der Volksbühne mit dem an der Aachener Straße gegenüberliegenden Theater im Bauturm – 1984 mitbegründet von Millowitschs Tochter Katrin. Es soll keine reine Lebensgeschichte werden, sagte Nina Gühlstorff. Vielmehr will man seiner Bedeutung für die Stadt und das Volkstheater auf den Grund gehen, seiner Rolle als Ikone und Symbolfigur für Köln, auch sein politisches Engagement gegen Rechts. Dabei soll auch das Publikum einbezogen werden.

Frauen werden das Spiel prägen – nicht nur in der Regie. Die Titelrolle übernimmt Annette Frier. Sie verbindet eine schmerzhafte Begegnung mit Willy Millowitsch: Bei einem Rosenmontagzug in den 1980er Jahren wollte sie unbedingt eine Pralinenschachtel von ihm haben, der auf einem Prunkwagen mitfuhr. Die bekam sie auch zugeworfen – allerdings hatte sie vor lauter Begeisterungsschreien das Fangen vergessen – und so landete die Schachtel auf ihrer Lippe.

Auch Sohn Peter wird von einer Frau gespielt – von Susanne Pätzold. Nicole kersten übernimmt die Rolle der Else Scholten, die regelmäßig neben Willy auf der Bühne stand und vielen als die bessere Schauspielerin galt. Mit dabei auch Ex-„Höhner“-Frontmann Henning Krautmacher. Er kommt als Gott auf die Bühne und als Konrad Adenauer. Der war 1945 Oberbürgermeister in Köln und hatte der Wiedereröffnung des Theaters in der zertrümmerten Stadt die Verwaltungswege geebnet. „Der Bart bleibt aber dran“, versicherte Krautmacher.

Zahlreiche Sponsoren machen einen Einheitspreis von 19 Euro möglich. „Es gibt aber auch Karten der gehobeneren Klasse“, so Hausherr Axel Molinski. (js)

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